Burn - Out ? Mit mir nicht!

Immer öfter hören und lesen wir heute von Menschen, die unter dem so genannten "Burn-out-Syndrom" leiden und es klingt in den Berichten über diese "ausgebrannten" Menschen oft so, als seien sie das Opfer unserer Gesellschaft und es könne halt jeden erwischen.

Ist es wirklich reine Glücksache, wenn man von dieser "Krankheit" verschont wird? Nein! Diese ist - wie fast alle Krankheiten - vermeidbar, wenn der Mensch wieder begreift, dass er Schöpfer seiner Lebenswirklichkeit ist. Ob wir krank oder gesund durch unser Leben gehen, ist keine Frage des Schicksals, sondern eine Frage von Bewusstheit oder Unbewusstheit und des Wissens um die Grundgesetze des Lebens.

Mit Freude das innere Gleichgewicht finden, statt auszubrennen!

Wenn Körper und Seele des Menschen in den Generalstreik treten, wenn nichts mehr geht, nachdem vorher fast alles ging, dann nennen wir es oft "Burn-out" oder Depression. Die Diagnose "Burn-out" wird in vielen Fällen anstelle von "Depression" verwendet. Das klingt für die Betroffenen besser, fast schon wie ein Orden für den "Helden der Arbeit", der rangeklotzt hat, bis es nicht mehr ging. Der "Depressive" wird schneller geächtet von den Nicht-Betroffenen, der "Burn-out" Mensch erhält mehr Achtung, weil er ja fleißig war.

Wie erschafft es sich der Mensch, dass er oft auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit in den vierziger und fünfziger Jahren zusammenbricht und nicht mehr kann, keinen Antrieb mehr verspürt, in Apathie und Schwermut verfällt und seinen Körper zeitweise kaum noch hoch bekommt? Können wir, die anderen, die Nicht-Betroffenen, das verstehen? Ja, das können wir.

Der Mensch ist keine Maschine, sondern ein komplexes Energiewesen, in dem Seele, Geist und Körper miteinander in einer Wechselwirkung stehen und miteinander harmonieren wollen. In diesem Zusammenhang wird heute jedoch niemand - weder auf der Schule noch auf der Universität noch im Leben - eingeführt. Die Voraussetzungen für ein späteres "Burn-out" oder eine Depression werden häufig bereits in Kindheit und Jugend gelegt. Denn schon der kleinste Mensch erschafft jeden Tag das, was wir Emotionen oder Gefühle nennen. Hierzu gehören Angst, Wut, Trauer, Ohnmacht, Scham, Schuld und manch andere. Er tut dies ständig durch seine Gedanken wie "ich bin nicht gut genug", "ich bin allein und hilflos", "ich werde nur geliebt, wenn ich etwas leiste", "ich könnte versagen" etc.

Hunger nach Anerkennung

Denn Kinder erhalten bei uns weit mehr negative und korrigierende Rückmeldungen von Erwachsenen als aufbauende und ermutigende. Die Grundbotschaft, die ein Kind nährt, stärkt und aufbaut, würde heißen:" Schön, dass es dich gibt. Du machst das klasse. Du bist wunderbar. Höre immer auf dein Herz. Probiere alles aus im Leben, sei neugierig. Spiel, solange du Lust am Spielen hast. Träume, denn das Träumen ist etwas sehr Schönes."

Stattdessen prasseln weit öfter harte Sätze auf das noch kleine Kind nieder wie "Reiß dich zusammen!", "Stell dich nicht so an!", "Lass dich nicht so gehen!", "Träume nicht so viel!", "Tu endlich was!"

Jedes Kind benötigt lebensnotwendig Aufmerksamkeit, Bestätigung und Liebe. Bekommen Kinder dies nicht, können sie nicht überleben. Darum tut ein Kind alles dafür, dies auf irgendeine Weise zu erhalten. Selbst aus Schlägen zieht ein Kind mehr Energie, als wenn es ignoriert oder mit Schweigen bestraft wird. Darum bleibt auch der erwachsenen Mensch innen hungrig nach dieser Energie "Aufmerksamkeit und Anerkennung". Mit diesem Hunger läuft er in die Arbeitswelt und in seine Partnerbeziehungen und versucht, vom anderen etwas zu bekommen, was er sich selbst nicht geben kann.

Neben der Strategie von Anpassung und Gehorsam ist es der Versuch, über Leistung und Höchstleistung diese Nahrung von anderen zu erhalten. Die Sehnsucht nach Bestätigung, Anerkennung und Liebe gehört zu den "alten Schuhen", die von den meisten Menschen getragen werden. Und viele entscheiden sich in Kindheit und Jugend möglichst perfekt zu sein. Das Perfektionsprogramm ist einer der härtesten Wege, auf den ein Mensch sich selbst schicken kann und es endet oft im Burn-out oder in der Depression. Denn das Ziel perfekt zu sein, erreicht niemand und es ist zutiefst unmenschlich, so etwas zu versuchen.

Der Perfektionist lebt ein extrem einseitiges Innenleben, denn er muss alles aus seinem Bewusstsein ausklammern, was ihm als unperfekt erscheint: jede Form der Schwäche, jedes unangenehme Gefühl wie Angst, Trauer, Scham oder Minderwertigkeit, jedes körperliche Symptom wie z.B. Zittern, Magenschmerzen, Kopfschmerzen oder anderes. Alles, was den Möchtegern-Perfekten stört, muss weggemacht oder unterdrückt werden. An diesem Punkt bereitet sich das spätere Burn-out-Syndrom oder die Depression vor. Die Signale des Körpers, die immer Botschaften der Seele sind, werden systematisch ignoriert oder mit Pillen bekämpft. Die ihn störenden und chronisch verdrängtem Emotionen können seinen feinstofflichen Emotionalkörper nicht verlassen und greifen allmählich auf den physischen Körper über. Der übersäuerte Magen, Atemprobleme, Rückenschmerzen, Verspannungen, Gelenkprobleme, Nieren- oder Gallensteine, Migräne oder Blasenentzündungen sind nur wenige Körpersymptome, die auf lange verdrängte und abgelehnte Emotionen zurückgeführt werden können.

Das Leben sucht den Ausgleich

Viele Menschen in unserer Gesellschaft begreifen bis heute eines der Grundgesetze des Lebens nicht, das heißt: Alles strebt nach Ausgleich zwischen den Polaritäten. Eines dieser Gegensatzpaare heißt: Stark sein - schwach sein.

Der Mensch, der sich dem Stark-Sein, der Leistung, dem Funktionieren, dem für andere Dasein verschrieben hat sagt innerlich: "Ich darf nicht schwach sein und ich will nicht schwach sein!". Dieses Programm machen Körper und Psyche oft sehr lange mit, signalisieren aber immer wieder durch "störende" Symptome, dass dies nicht in der Ordnung ist, dass hier im Menschen etwas nicht stimmt.

Wer sich bei aller Arbeit keine Zeit gönnt für Entspannung, Genuss, Erholung und Freude am Leben, der wird vom Leben letztlich in die Waagerechte gezwungen. Der Burn-out-Patient oder der Depressive bricht zusammen und fühlt oft eine unendliche Schwere auf seinem Körper lasten, verbunden mit einer inneren Leere. Vor diesen beiden Symptomen Schwere und Leere ist er meist jahrzehntelang weggelaufen wie auch vor anderen Signalen wie innere Unruhe, Atembeschwerden, Herzstiche, Rücken-, Gelenk- oder Kopfschmerzen.

Prüfstein der Selbstliebe

Wirklich stark ist jedoch nur der Mensch, der kein Problem damit hat, sich schwach und verletzlich zu zeigen und der gelernt hat, sich auch mit diesen Seiten anzunehmen und zu lieben. Ja, diese Seiten können sogar als der Prüfstein der Selbstliebe betrachtet werden: Der Mensch, der sich selbst liebt, ist der, der gelernt hat, sich mit seinen Ängsten, seiner Scham und seiner Trauer anzunehmen und diese bejahend fühlend zu verwandeln.

Unsere Einstellung zur Arbeit trägt ebenso ein entscheidendes Maß zur Entstehung von chronischer Erschöpfung und dem Ausgebrannt-Sein und dem damit verbundenen Gefühl der Sinnlosigkeit und Leere bei. Wir haben verlernt, unsere Arbeit zu lieben und belegen das Arbeiten mit einem druckvollen "Ich muss, ich kann nicht anders!" Der Mensch hat von Natur aus Lust auf das Arbeiten und darauf, sich mit etwas auseinanderzusetzen und seinem Leben einen Sinn zu geben. Und wir selbst sind es, die darüber entscheiden, mit welcher Grundeinstellung wir an die Arbeit gehen und ob wir uns selbst, unseren Körper und die Stimme unseres Herzens während des Arbeitens wahrnehmen.


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